Unterm Strich

Viele meinen kein Blatt vor den Mund zu nehmen wäre sehr gefährlich

doch ist ein Blatt vor dem Mund einfach nur unehrlich

Der Weg zu wahrer Größe ist wahrlich beschwerlich

deswegen wasch ich dir den Kopf – verdreh und bekehr dich

bis dir das Menschsein an sich zum Hals heraus hängt

und ich bin niemand der schnell die weiße Fahne schwenkt

Ich hab mein Wissen mit dem meiner Ahnen vermengt

und alles was noch interessiert ist dass du anfängst und denkst

 

Nicht darüber – wie sich dein Gewinn maximiert

oder- wen du bei der nächsten Show nominierst

nicht wie du- Menschen im Bett imponierst

oder wie viel Haargel du morgen riskierst

Das ist alles trivial wie die Farbe deiner Socken

wie deine politische Meinung, denn die kann mich nicht mehr schocken

Ob du Fußball schaust – oder Träumen hinterher

nein mein Freund

es geht um mehr

 

Denn was wirklich anspricht ist nur dein Intellekt

ja, tolles Abizeugnis, ist sicher auch ganz nett

aber zeugt dass jetzt wirklich von einem klugen Kopf

oder lernst du nur Wissenschnipsel – du armer kleiner Tropf

Klar kann man Faktenwissen einfach absorbiern

man kann mit seinem Therapeuten neue Sachen ausprobiern

oder seine Probleme einfach ganz ignoriern

Für das alles muss jedoch der Kopf nicht funktioniern.

 

Das findest du erschreckend?

Das Problem ist flächendeckend

jeder schützt sein Territorium

gemeinsam Zähne fletschen

statt es gemeinsam anzugehn

manches muss man nicht verstehn

eine neue Gruppenübung

lass uns gemeinsam Stricke drehn

 

Für alle – die nur machen was sie wolln

für alle- die nur das tun was sie nicht solln

für alle- mit einer Religion und jeden mit ner Meinung

Radikalprinzip – wer braucht denn schon ne Unterteilung

 

Ich nicht

denn egal was dein Konto verspricht

was deine Klamotten aussagen

oder das Lächeln im Gesicht

wir könnten gleicher nicht sein

versteh es oder nicht

humanoide Ressourcen

so steht es unterm Strich.

 

 

 

 

 

Kollateralschaden

Ich speie Finsternis in Eure Gesichter

denn ich seh kein Licht mehr , ich sehe nur noch Lichter

bunt, grell, nervig mit einer Prise Stroboskop

euren Partydampfer seh ich von meinem Ruderboot

Und auch den riesigen Eisberg – doch ihr seht ihn nicht

Weder der Kapitän noch der der vom Deck in die Wellen bricht

halt moment, war sowieso der selbe Typ

Alkohol ist halt bei allen Schichten sehr beliebt

Die Partygesellschaft also feiert und reiert

über ihren Köpfen kreisen schon die Geier

ganz schick im Anzug mit Lacklederschuhen

aus voller Kraft beginn ich sofort Warnungen zu rufen

doch es hört mich keiner, dank Musik und Rausch

es sieht mich keiner, dank Lichtern und Rauch

es bemerkt somit niemand die drohende Gefahr

ich raufe mir die Haare aus – das ist doch alles gar nicht wahr

 

ich wollte helfen- doch nein- man weiß ja immer alles besser

der erste zacken schlitzt am bug wie eintausend scharfe messer

und plötzlich brüllt es auf im eiskalten gewässer

Das Wasser stürzt sich auf den Riss wie hungrige Aasfresser

 

Die Wassermassen unter Deck töten die ersten gleich im Schlaf

der so friedlich anfing – man zählte erst ein Schaf

verwarf den Gedanken füllte Wasser in ein Glas

und schluckte Schlaftabletten, weil man auf Droge sowas darf

doch zurück zum Deck wo der Schreck die Ersten erstmal schockte

der beschädigte Generator der stotternd etwas bockte – und dann frohlockte

die dunkeheit – doch stille gab es keine

denn auf die Dunkelheit folgten schon die ersten Schreie

 

Und so bäumt sich der Riese sterbend langsam auf

mit derartigem Benehmen nimmt man sowas halt in Kauf

Die Konsequenz – der Exitus im kalten Silberschein

hinterher will es dann wieder niemand gewesen sein

Der Sog der durch das gefällte Unding im Umkreis entsteht

zieht mit eisernen Klauen alles mit sich wie ein Magnet

auch meine kleine Rettungsinsel ist da direkt betroffen

ich glaube eure Party ist gerade abgesoffen

und jetzt auch ich? Warum? Ich war doch nicht mal involviert

schon traurig was heutzutage einfach so passiert

Und während kaltes nasses Salz beginnt alles Leben zu begraben

kommt mir das gesuchte in den Sinn- Kollateralschaden

 

Lehre von der Leere

Leere ist, wenn alle ständig Lachen,

während du versuchst zu dechiffrieren wie sie das eigentlich machen,

Leere ist, weite Strecken überbrücken,

und am Ende deines Weges sind da doch nur wieder Lücken,

Leere macht, das Leben lebenswert,

wenn alles richtig ist wie definierst du dann verkehrt,

Leere kann, dein innerstes erfassen,

und dich dazu bringen alle Dinge stets zu lassen,

Leere ist, ein Sumpf mit tausend Händen,

der verhindert dass Menschen gedachte Sätze auch….,

Leere ist, wenn alle ständig Lügen,

durch nichtstun akzeptiert und dabei nur sich selbst betrügen,

Leere wird, gefestigt durch Verlust,

bis man der Meinung ist, dass man alles haben muss,

Leere spricht, in Hunderten von Sprachen,

sie ballt einfach ihre Faust und rammt sie dir dann in den Magen,

Leere lehrt, dich jeden Tag aufs neue,

am Morgen ist sie Hoffnung, doch abends ist sie Reue,

Leere ist, ein sinnloses Versprechen,

Sarkasmus ist, das reimt sich auf das kleine Wörtchen „brechen“,

Leere ist, das rennen nach dem Zug,

ich wollte nie hier weg, das nennt man dann wohl Selbstbetrug,

Leere füllt, die Leere in dir aus,

ist dir das zu kryptisch? Dann geh mal aus dir selber raus,

Leere lebt, in jedem von uns weiter,

gestern war sie deiner, morgen ist sie mein Begleiter

 

Und so weiter.

Brei

Den Anfang zu finden fällt vielen nicht ganz leicht
viele möchten dadurch auffallen, vielen anderen ist es gleich
doch im Fall der Fälle fällt man lieber in die Falle
und ich sprech nicht über viele
sondern eher über alle

Phrasendrescherei könnte der Ignorant behaupten
Doch Egozentrik kann der Ignoranz keinen Schritt erlauben
Und deshalb wird vorher geschossen und nach dem Plündern wird gefragt
Während sich Reiche bereichern und Arme verarmen, enden doch alle im Sarg,

und wandern beide in ein Grab aus Erde
gibt es auch keine Beschwerde
seh ich euch, denke ich meistens an eine Herde…..

Affen!
Schwach behaart aber mit Waffen
Was nutzen euch Parolen wie „Wir können alles schaffen“
Wenn der Ruhmesruhm nur auf dem Leid anderer basiert
Und erzähl mir bitte nicht du glaubst das sowas nicht passiert

Ich möchte frei sein – das Herz fungiert mir als Metronom
Und wenn mich jemand sehen will dann schick ich einfach meinen Klon
denn ich hab mein Leben kurzerhand in meine eigene Hand gepackt
Ganz einfach so, ohne nachzudenken, man könnte sagen nackt,
Ich habe ihn zerissen und verbrannt euren miesen Knebelpakt
doch dann hat man mich geschnappt und mir die Hände abgehackt

Sie in den Fleischwolf geworfen mit den Leben fremder Menschen
und sie zu Brei gemacht, gehofft dass sie sich irgendwie ergänzen
So gesehen war es sicher nett gemeint – von der Idee her nicht ganz dumm
doch beschriftete man diesen Matsch mit Individuum
Was so unauthentisch ist, dass es für Generationen reicht
es ist so unauthenthisch wie ein unvollendeter Wie-Vergleich

doch dieser Träge Einheitsbrei ist voller widerlicher Dinge
und das einzige das darin glänzt sind die Fragmente goldener Ringe

Hallo Menschen

Hallo Menschen
könnt ihr mich alle sehn?
Könnt ihr mich alle hörn?
Könnt ihr dann bitte gehn?
Ich danke allen die hier in der Ersten Reihe stehn,
mehr als die Erste Reihe kann ich aber leider auch nicht sehn..

Was ich sagen will – ist
ich will das nicht.
Ich will kein Textbuch
und ich will kein Kerzenlicht
ich wollte im Prinzip nur meine Ruhe und mein Sofa,
konnte ja keiner ahnen dass nicht nur der urmensch doof war

also renn ich mit meinem lyrischen isolierband durch die gegend
und versuche eure schäden notdürftig zu flicken und zu kleben.
eure schäden, oder die schäden die ihr anrichtet,
ich könnte mir häuser bauen wenn ich eure scherben aufschichte,

nebenbei bemerkt hab ich etwas gegen die gema, doch das lenkt ab
deswegen jetzt zurück zum thema

ich bin am leben!
….knapp vorbeigeschrammt,
ein textbuch in der einen, eine möhre in der andern hand.
verdammt!

hat vielleicht jemand einen stift für mich?
ich möchte etwas schreiben – vielleicht für dich.
und ich hör: bitte nicht!

Aber das hilft mir doch…. euch nicht immer anzuschrein.
mir helfen Ego-Shooter, texten und ein Gläschen Wein…
leider viel weniger als eine Axt in deinem Bein….

Na gut.
Neues Thema:

Die negative Konsequenz beim absoluten Ehrlich sein.

Wetten dass?

die morgenröte zieht am himmel auf – der tag nimmt seinen lauf

der wecker klingelt viel zu früh und ich wache auf,

heute wird sicher nicht mein tag, heut bin ich scheiße drauf,

ich ziehe die probleme an und sauge sie dann direkt auf,

ich verdau sie und ich produziere scheiße,

die ich dann auf meiner nie enden wollenden reise,

an wände schmier, von hier bis nach dubrovnick,

wenn ich noch nicht mal weiß wo genau das liegt ,

hilft mir nur der kot an der berliner- und der klagemauer.

man hätte es nicht erwartet, doch die wurden richtig sauer,

und deswegen werd ich jetzt weggesperrt so als hätt ich wikileaks gesagt,

oder anonymous, oder nach gras gefragt,

von euch hör ich dann aber nur- ach der überwachungsstaat,

das stimmt, denn er hat den direkten draht,

oder den endlos verworrenen kabelsalat ,

der noch die ein oder andere schwäche hat.

ihr habt uns angezapft!

hä? ihr habt doch ja gesagt

das war nur ein versehen,

ich hatte euch doch gleich gewarnt

der direkt in eure wohn und schlafzimmer führt,

von den analsonden habt ihr aber schon gehört?

ich sag nun wirklich keinem gerne, was er zu machen hat,

aber du bist es nicht der hier das längere lachen hat,

sondern der der hebel bedient,die hebel bedienen,

ich stelle hebel her und du darfst sie bedienen,

also die die die hebel ihrem besitz einverleiben,

war dir zu viel? du verfällst grad in ausdrucksloses schweigen.

entschuldigung hilf mir mal den hebel anzusetzen,

denn irgendwer ist dabei unsere pläne zu zerfetzen,

ja ich weiß, bling bling, sie glitzern schön die ketten,

aber man sollte aufhören seine seele zu verwetten,

darauf geh ich jede wette ein,

klimper bling bling teufelskreis,

und du willst mir erzählen dass du zu jedem deiner freunde weißt,

wie er heißt?

das ist küsschen links und küsschen rechts,

ich bin ja nicht oberflächlich, aber bei dem da wird mir schlecht,

die leute die dich einstellen denken da meistens ähnlich,

strahlend weiße zähne aber dafür ein wenig dämlich,

sieh mich nicht als konkurrenz, ich will dein leben eh nicht,

und wenn das die apokalypse ist, wette ich, es dauert ewig.

Eine persönliche Notiz

Die Odysee hat weder ein Ende, noch ihren Meister gefunden.
Aber überflüssigerweise sieht man überall die selbe Scheiße.
Heute ist ein guter Tag, denke ich zumindest. Und so lang es dafür noch keine Prognose in der abendlichen
Nachrichtensendung gibt, bleibt die Entscheidung auch bei mir……. Mein Schatz.
Geändert hat sich nicht viel, lediglich die steigende Enttäuschungsrate verwirrt den Geist.
Wo früher die Frage im Raum stand „Liest das jemand?“ bleibt jetzt der bittere Beigeschmack eines „Hat es jemand verdient?“

Wenn ich als Kind Mist gebaut habe, gab es Strafen. Über Los gehen und die 200 Mark behalten durfte ich sowieso nie.
Aber Verbote und Abstinenz von geliebten Gewohnheiten sind nicht das, was man als Kind unter Zuckerschlecken versteht.
Allgemein versteht man sehr wenig. Durchaus angenehm.
Wenn ich also der Menschheit die meine Ungunst auf sich gezogen hat, eine Lektion erteilen möchte, wäre die logische
Konsequenz: Nichts mehr veröffentlichen.

Nun, so viele Menschen lesen mein Gekritzel nicht aktiv, aber ich versichere euch, wenn ich eines Tages in der Größenordnung
eines Zauberlehrlings schreibe, lasse ich den letzten Teil aus und euch für immer rätseln wie die Geschichte ausgeht.
Und sämtliche Versuche gieriger Aasgeier auf meinem Erfolg aufzubauen werden gerichtlich geahndet und finanzieren
die Nebenkosten meiner Villa, oder meiner Gartenlaube.
Das tue ich aber nicht (nur) weil ich ein schlechter Mensch bin, sondern weil ich es Leid bin undankbares, unintellektuelles
Pack zu bespaßen, dass mich im Gegenzug enttäuscht, betrügt und langweilt und um eurer Fantasie und eurem kreativen Dasein per
lyrischem Elektroschock ins Diesseits zurückzuhelfen. Ins Hier und Jetzt zurückzuzwingen.
Also, bitte, mach den Fernseher aus, kontrollier mal ernsthaft deine Aktivitäten in den (un)sozialen Netzwerken, schnapp dir
deine Freunde und geh in den Park, oder geh in den Park und such dir welche, solltest du keine haben.
Kleine Randbemerkung, nicht überall wo Freund drauf steht ist auch Freund drin.

Also beweg deinen Arsch und mach was aus deinem Leben.
Beweis mir, dass ich diesen Kram hier nicht umsonst mache.
Beweis dir, dass Hartz IV nicht der große Lottogewinn ist.
Und das ein Lottogewinn nicht der Schlüssel zum Glück ist.
Pack die Pommes weg, lass das Schnitzel liegen und nimm dir Stift und Papier, Hammer und Meißel, Kreide und Schiefer…irgendwas.
Und glaub‘ nicht, dass DU besser bist, weil du anders bist.
Wenn du das glaubst, kannst du die BILD zukünftig bitte gleich zu Hause lesen, während du deine Ed Hardy T-Shirts bügelst.

Also lies mal ein Buch, hör dir Musik mit Aussage anstatt Chartbeats aus der Konserve an! Es sei denn du lässt dich gern verarschen.
Soll es ja alles geben.
Zeig mir, dass ich den Imperativ nicht umsonst viel zu oft verwende und das ich nicht der einzige Mensch bin, der über,
den mit Belanglosigkeit gefüllten, Suppenteller schreitet und sich kopfüber vom Tellerrand stürzt, weil es scheinbar
der einzig vernünftige Weg ist.
Denn wenn immer alles schön ist, wie definierst du dann schlecht? Bist du der erste Blindgeborene der über Farben
philosophiert? Ich glaube nicht. Aber gern lass ich mir das Gegenteil beweisen.

Nun bleibt also nur der Anlauf, um mit dem Kopf durch die Wand zu brechen, anstatt vor der Wand zu stehen und sich die
bunten Plakate darauf anzuschauen.

Ich habe das Ventil mit viel Kraft nach langer Zeit wieder aufgedreht. Also entschuldige bitte, dass das erste, das dir entgegenschwappt
der stinkende ekelhafte Bodensatz der Gesellschaft ist, die mich mit ihrer Unfähigkeit in Harmonie zu existieren, immer wieder antreibt, auspeitscht,
aber nicht mehr überrascht.
Ich gelobe Besserung. Wirklich.
Und du kannst für den Anfang aufhören, so „selten dämlich“ zu sein.

Danke.

Lyrischer Kannibalismus

Das Papier nimmt die Farbe nur mürrisch an und der Kopf gibt sein Wissen nur nach langem betteln und dann auch nur zähfließend wie Honig Preis. Man kann aber nicht vom Teufelskreis oder der so genannten beziehungsweise so verhassten Schreibblockade sprechen, denn es herrscht eher das Gefühl vor, dass da nichts ist worüber es sich zu schreiben lohnt.
Hinzu kommen die Zweifel. Gut genug? Interessant genug? Verständlich genug? Genug genug?

Es ist als gäbe es nur einen einzigen monotonen Kanal im Telemedialen Bereich, was dem Verdummungseffekt einen nie geahnten Wirkungsgrad verleiht.
Eine um sich selbst rotierende Gedankenwüste. Jedes Sandkorn eine Idee, doch es gelingt nicht sie festzuhalten und nur schwer sie zu fokussieren. Und gerade als sich ein grobes unscharfes und wirres Bild ergibt, kommt der Sandsturm und wirbelt wieder alles durcheinander. Zurückgeworfen. Am Nullpunkt. Neuanfang.

Und so wandert der Stift über das in der Not gesuchte Stück Kästchenpapier und hält den Moment fest nur um festzustellen, dass es keinesfalls einer dieser Momente ist den es lohnt festzuhalten.
Etwa um ihn von allen Seiten zu beleuchten, mit chirurgischer Präzision in seine Einzelteile zu zerpflücken um die schönsten, glänzendsten und scharfkantigsten Splitter dem Leser/der Leserin in Augen, Kopf und Brust zu pflanzenum die eigene Vollkommenheit aufzuzeigen. Um zu faszinieren und zu fesseln.
Doch der Moment ist langweilig, stupide und nicht erwähnenswert, weshalb die Wortakrobatik sich selbst auf eine neue Stufe heben muss um den Anschein zu erwecken:

„ICH BIN WICHTIG!“

Und so ähnelt sie dem oder den Menschen die sie sich zu eigen machen um etwas zum Ausdruck zu bringen, dass so wichtig eigentlich garnicht sein kann. Kein Gerede um den heißen Brei sondern ein Tauchgang in seinen undurchsichtigen Tiefen.
Ein Schaffenswerk über eine erschaffene Situation um ein Schaffenswerk rechtfertigen zu können auf der einen Seite,
ein sich profilierender Mensch der seine Existenz zu rechtfertigen versucht, auf der Anderen.

Und so nagt man an sich selbst, wenn auch nur geistig und das niedergeschriebene wird zum Kannibalismus an der eigenen Seele. So zumindest ist der Standpunkt des lyrischen Ichs.
Und wie so oft steht das „Wir“ für „Ich“, doch das „Ich“ nicht für „Wir“…..

Von Menschen und Lapallien

Auf der regennassen Straße glitzern die Fragmente voluminöser Flaschen die knirschend Bersten wenn ein Unachtsamer Fußgänger sie seinem Körpergewicht aussetzt. Es haftet ein Schimmer an Ihnen, kaum sichtbar, produziert von den zerstörten Seelen derer, die sich einredeten dass das einstige Füllmaterial Linderung bringt. Dass es Ihnen besser gehen wird. Und gelegentlich sieht man sie dann sitzend, mit Flaschen, Pappschild, Plastebecher, oder auch laufend und um Kleingeld schnorrend. Das Gesicht mit den leeren, tief in die Höhlen zurückgezogenen Augen besteht aus Furchen und Rissen, wie die bei einer von den Jahren zerfetzten Straße oder einem alten Gebäude.

Die sauber gewaschene Luft will so gar nicht zum Rest der Kulisse passen, in der der ein oder andere versucht zukunftssicher zu planen. Zukunftssicher… Ist die Zukunft denn unsicher? Muss man deshalb planen?
Zukunftssicher initiiert eine körperlose Angst. Man weiß nicht warum oder wovor, aber man hat Angst. Man lehnt nach und nach alles Fremde systematisch ab und sieht in Kleinigkeiten einer Apokalypse. Paranoia…. oder Panikmache.
Ist der Paranoide der immer wieder aufgescheucht wird nun paranoid oder aufgescheucht?

Man sieht also Zeichen. Überall. Vielleicht sogar in einem depressiv anmutenden verregneten Novembermorgen, der so schlecht gar nicht angefangen hat.
So sind wir.

Und unser größtes Problem wird immer sein, dass Lapallien zu Problemen und Probleme zu Lapallien erklärt werden.

Watte und Fast Food

Ich bin träge, faul und müde. Ein irdisches Wesen gefüllt mit Fast Food und ummantelt mit einer dicken Schicht Watte. Und irgendwo dazwischen schwimmt ein kleines Stück Seele, dass auf seine Befreiung wartet. Lethargie.

Keine Lust zu schreiben – doch trotzdem erfüllt von einer inneren Unruhe, ein Funken Intellekt der ein kleines aber prägnantes Schwelfeuer im Wald aus Stumpfsinn entfacht. Eine Gedankensäge die verbissen am kilometerdicken Stahl der Faulheit pfeilt, schon beinahe unbrauchbar geworden.

Und trotzdem besser als nichts tun und starren. Nicht etwa Löcher in die Luft, nein, das wäre schon zu produktiv. Ein Starren ohne Sinn, der Körper im Stand By Modus, der Geist abgeschaltet, die Existenz an sich schwer nachweisbar. Mögliche Gesprächspartner sind uninteressant, es ist zu warm, es ist zu kalt, Haarspalterei. Ohrwürmer die sich durch den Schädel fressen scheinen die einzig vorhandene Bewegung in diesem zu sein.

Es ist wie David gegen Goliath, Vergangenheit gegen Zukunft, Angst gegen mutigen Leichtsinn, Körper gegen Geist, ich gegen ich gegen ich,  gegen den Rest der Welt. Gegen das Unbegreifliche.

Und aus dieser Lethargie,  dieser Langeweile, diesem Nichts entwickeln sich scheinbar unzusammenhängende Gedankenfragmente, ein umgekippter Eimer abgestandener Erinnerungen, eine in Fetzen hängende Existenz, doch immerhin etwas….. ein Lebenszeichen unter der dicken Eisschicht.