Watte und Fast Food

Ich bin träge, faul und müde. Ein irdisches Wesen gefüllt mit Fast Food und ummantelt mit einer dicken Schicht Watte. Und irgendwo dazwischen schwimmt ein kleines Stück Seele, dass auf seine Befreiung wartet. Lethargie.

Keine Lust zu schreiben – doch trotzdem erfüllt von einer inneren Unruhe, ein Funken Intellekt der ein kleines aber prägnantes Schwelfeuer im Wald aus Stumpfsinn entfacht. Eine Gedankensäge die verbissen am kilometerdicken Stahl der Faulheit pfeilt, schon beinahe unbrauchbar geworden.

Und trotzdem besser als nichts tun und starren. Nicht etwa Löcher in die Luft, nein, das wäre schon zu produktiv. Ein Starren ohne Sinn, der Körper im Stand By Modus, der Geist abgeschaltet, die Existenz an sich schwer nachweisbar. Mögliche Gesprächspartner sind uninteressant, es ist zu warm, es ist zu kalt, Haarspalterei. Ohrwürmer die sich durch den Schädel fressen scheinen die einzig vorhandene Bewegung in diesem zu sein.

Es ist wie David gegen Goliath, Vergangenheit gegen Zukunft, Angst gegen mutigen Leichtsinn, Körper gegen Geist, ich gegen ich gegen ich,  gegen den Rest der Welt. Gegen das Unbegreifliche.

Und aus dieser Lethargie,  dieser Langeweile, diesem Nichts entwickeln sich scheinbar unzusammenhängende Gedankenfragmente, ein umgekippter Eimer abgestandener Erinnerungen, eine in Fetzen hängende Existenz, doch immerhin etwas….. ein Lebenszeichen unter der dicken Eisschicht.

Wolkenfabrik

Das monotone Rütteln des Fahrzeugs auf den unebenen Fahrspuren erweckt den Reisenden aus seinem lethargischen Wachschlaf. Eine scheinbar endlose Straße mit wenig Verkehr verläuft in beiden Richtungen bis zum Horizont, auf der einen Seite eine schwarze Wand aus unheilvoll aussehenden Wolken, auf der Anderen ein goldener Schimmer der sich über die Landschaft legt und die Welt im Kontrast schrecklich surreal erscheinen lässt.

Weltuntergangsstimmung.

Mit konstanter Geschwindigkeit bewegt sich das Gefährt weg von der Quelle des warmen Lichts und hinein in das düstere deprimierende Nichts. Die vorbeiziehende Seenlandschaft wirkt einladend wo das Wasser golden glitzert und die Steine hell leuchten, jedoch beinahe menschenfeindlich wo vereinzelte Bäume und Steinstrände eine dunkle undurchsichtige Brühe umranden.
Eine Wolkenfabrik die weißen Dampf mitten in das Zentrum der Wolkenfront pumpt, wirkt nahezu freundlich und merkwürdig ästhethisch, als hätte sie den Krieg gegen das heranziehende Dunkel aufgenommen. Doch vergiftet sie mit ihren chemischen Bestandteilen und macht die bedrohlich wirkende Front erst zu einer wirklichen Bedrohung.
Ätzender Niederschlag der schädigt wo er Leben berührt. Und wie so oft im Leben wird man abgelenkt von einer bedrohlichen Sache während die wirkliche Bedrohung geschickt infiltriert und weitesgehend unbemerkt bleibt.

 

Ein letzter Blick auf die langsam erlöschenden goldenen Ausläufer und es entsteht das ungute Gefühl in die falsche Richtung zu fahren. Wie so oft im Leben.

Aufbruch

Am Stadtrand wo sich die Häuser lichten und vereinzelt in Stadtzentren stehen sie – Abrissruinen mit ihren bröckelnden Fassaden, nach Kellerblumen duftend, staubig, dreckig, kühl.
Rot leuchtende Ziegel im Sonnenlicht, zerbrochene Fenster, Wände verziert mit Sprühdosenkunst –
aufgegebene Flächen werden von uns genutzt und scheinbar unnutzbares bekommt wieder eine Existenzgrundlage.
Sie ähneln uns, sie sind unerwünscht, sie sollen durch etwas Neues ersetzt oder modernisiert werden. Sie müssen sich den gleichen Menschen beugen wie wir es sollen.
Und werden nicht auch wir an den Höchstbietenden verkauft? Oder verkaufen uns gar selbst?
Aber wir sind keine starren Objekte und Ruinen noch lange nicht.

Wir gelten als Kritiker, wenn wir die Wahrheit aussprechen, als Rebellen wenn wir alternative Lebensweisen prägen und als Spinner wenn wir von unserer Sache überzeugt sind.
Wir haben die Nase voller von FastFood als manch‘ Nachtschwärmer von Koks, aber weniger Zeit als ein Bombenentschärfer der im Stau steht.
Wir schwimmen im Überfluss der anfängt langsam auszutrocknen.
Wir halten schlaue Reden um die Mitmenschen wachzurütteln und liegen selbst im komatösen Tiefschlaf.
Wir sitzen in überfüllten Hörsälen, sind überfordert von Arbeit, wohnen in übergroßen Wohnkonserven und sitzen am Abend überfüllt in der Bar.
Wir packen das nötigste zusammen und laufen los.
Eine Heerschar von Spinnern, Kritikern, Rebellen – eine Ansammlung massenuntauglicher Individuen die eines gemein haben.

Wir sind im Aufbruch.

Rot

Das lauter werdende Geräusch der Bahn und des Straßenverkehrs kündigt den neuen Tag als erstes an. Die Luft ist kühl und es weht ein leichter Wind, der die rosa bis blutrot gefärbten Wolkenformationen am heller werdenden Himmel nach seinem Willen gestaltet und formiert. Die kreisrunde Sonnenscheibe ist gut sichtbar und blendet nur leicht, doch in kurzer Zeit wird sie ihre grellrote Farbe gegen gleißendes Licht, das bunte Punkte auf die Netzhäute brennt, getauscht haben.

Sollte sich doch einmal eine Wolke am Dämmerhimmel vor den schwebenden Feuerball positioneren wirkt es wie ein kläglicher Versuch den heranbrechenden Tag doch noch abzuwenden. Flammendes Licht durchdringt jede kleine Lücke und der Himmel erstrahlt in blauen, roten und gelben Mischtönen. Am Horizont sieht man ein Großfeuer ausbrechen und die Gebäude wirken wie monströse Skulpturen aus blankem, schwarzem Stein.
Wie an einem Seil nach oben gezogen, kann man den Aufstieg der Sonne und mit ihr den Anstieg von Temperatur und Lärmpegel beobachten. Motorengeräusche, klappernde Fahrräder und sich unterhaltende Menschen auf dem Weg zu ihren Verpflichtungen. Dem ein oder anderen steht der Verlauf des Wochenendes in großen Druckbuchstaben ins Gesicht geschrieben.
Fensterfronten glänzen und die dazugehörigen Gebäude beginnen sich in der Farbe des Tagesanbruchs anzukleiden. Autos beginnen zu rollen, der Himmel beginnt zu leuchten, Menschen beginnen ihren Alltag, die Stadt beginnt zu erwachen.

Der perfekte Augenblick die Jalousien herunterzulassen, denn der von draußen leuchtende Himmelsball schmerzt in den überstrapazierten Augen. Der Himmel explodiert in einer Mixtur aus Helligkeit und Farben und Licht sickert zwischen den Spalten zwischen den dünnen Lamellenblättern hindurch.

Ich wende mich von der mit Goldstreifen übersäten Zimmerwand ab, schliesse die Augen und lausche dem regen Treiben der erwachten Metropole.

Mein persönliches Wellenrauschen, dass mich in den Schlaf chauffiert.

Guten Morgen.

Zeit

Da steht sie nun. Allgegenwärtig, immer Hand in Hand mit ihren Geschwistern Stress und Langeweile.
Bewaffnet mit einem Zahn der Wunden reißen und den Ruhenden durch Stichelei in Unruhe versetzen kann.
Und gerüstet mit dem Sand. Der Sand der das Auge beinahe blind für das persönlich wichtige macht, der selbst digitale Uhrwerke verstopfen kann und den oder die Betroffenen zermürbt.

In Gesellschaft stellt sie die Uhren vor, in trister Einsamkeit hält sie die Zeiger in ihren knöchernen Händen und hemmt sie in der Bewegung. Durchaus nützlich für Koordination, Planung und Ordnung.
Und doch ein Fluch der so lange quält bis die eigene kleine Existenz sämtlicher Kraft beraubt zusammenbricht und wimmernd im Dreck liegen bleibt.
Vom ersten Schrei nach Luft bis zum letzten röchelnden Atemzug ist sie ewiger Wegbegleiter, schlimmster Feind und engster Waffenbruder. Das Balsam für die Seele deren Wunden sie in heimtückischer Manier eigenhändig gerissen hat.
Sie ist im Besitz einer schier unbegrenzten Palette von farbenfrohen und aufreizenden Kostümierungen in denen sie sich gerne präsentiert und doch ist sie unverkennbar, unverwechselbar in ihrer Art und Weise.

Und schon wieder spüre ich den heißen stinkenden Atem im Nacken. Den Sand, der langsam den schweißnassen Rücken herunterrieselt und den spitzen Zahn der einen so unangenehmen Druck auf den Rücken ausübt, dass ich im wahrsten Sinne aufgestachelt den trägen Körper erhebe und weiter laufe.

Immer weiter, geradeaus, bis zum letzten erdrückenden Moment in dem der Blick sich in unbestimmten Weiten verliert und der Geist, gelöst von der schweren Fessel, seinen eigenen Weg geht.

42 Grad

Die Augen öffnen sich langsam und schwerfällig. Den Blick geradeaus gerichtet verliert er sich trotzdem im Nichts und findet keinen festen Bezugspunkt im Hier und Jetzt.
Die Dämonen tanzen Polka auf der Außenschale der grauen Zellen und erzeugen ein dumpfes monotones Brummen im gesamten Denkapparat. Die Existenz der Lunge wird mit jedem Atemzug stärker wahrgenommen als sonst, beim aufbäumen des Körpers scheint sich die Schwerkraft verzehnfacht zu haben.
Trotz milder Frühlingstemperaturen schwankt das Empfinden jenseits von Gut und Böse. Der Körper zittert zu sibirischen Temperaturen während der Kopf in tropischen Gefilden gegart wird.
Ein Blick aus dem Fenster macht beinahe blind.
Sonnenstrahlen scheinen, dringen wie kleine Pfeile durch die Augen in den Schädel und stiften die Untiere zu weiteren Schandtaten an.
Die Welt schwankt und selbst befindet man sich im Mittelpunkt.
Als die schrille Melodie des Telefons ertönt beginnen sich unsichtbare Risse unter der Kopfhaut zu bilden, Sollbruchstellen für die bevorstehende Sprengung.
Da ist sie wieder, die Frage aller Fragen.
Und weil der Zustand keine längeren Erklärungen zulässt, kommt die Antwort eigenartig leicht über die angeschlagenen Stimmbänder.

„Danke gut.“

Die Banausen

Fragmenthaft spiegelt sich die Wirklichkeit in den feucht glänzenden Bodenplatten wider und das Plätschern von zu Tropfen geballten Wassermolekülen hallt durch die Stadt.
Die kühle Nachtluft treibt die letzten Hitzeansammlungen aus den Straßen, den Wohnungen und den kleinen stickigen Zimmern die überall verteilt sind.
Das kalte Nass wäscht Schweiß, Sorgen und das unangenehme Gefühl des vorangegangenen Tages zwar nicht völlig weg doch es wirkt wie eine zur Beruhigung auf die Haut gelegte Hand.
Gereinigte Luft. Durchatmen. Innerer Frieden.

Auf den schlecht instandgesetzten Asphaltstreifen sammelt sich in kleineren und größeren Rissen das Wasser und bildet kleine Seen die so undurchsichtig und tief wirken, dass man glaubt die negativen Gedanken manifestieren sich in Form von dunkel schimmernden Abgründen in den Großstadtschluchten.
Die staubverzierte Stadt saugt das Wasser in sich auf wie eine Pflanze der man zu selten das so dringend benötigte Lebenselixier gönnt und sondert als Reaktion den so typischen Geruch in all seinen Facetten ab.
Kellermuff wie auch Unrat, klamme Erde, feuchte Blätter, Blüten und Holz.
Donnergrollen gibt den Takt für die tiefhängenden voluminösen Wolken vor und Blitze reißen schemenhafte Konturen von undefinierbaren nicht existenten Objekten aus der Dunkelheit.

Eine einzelne Gestalt schreitet gemächlich durch den Vorhang aus sprühendem Wasser und schaut für einen kurzen Moment in gleißend helles Licht als ein erneuter Blitz sich auf der Straße spiegelt und die Schatten in die letzten Winkel zurücktreibt, bevor diese mit sehnigen langen Fingern ihr Territorium zurückerobern.
Ein lauter Knall übertönt sogar das Geräusch des Lkw’s der riesige Massen der am Boden angesammelten Flüssigkeit in Bewegung versetzt und mehr aussieht wie ein Dampfschiff, dass sich seinen Weg durch einen Kanal in der Stadt bahnt.

Das und hunderte andere Kleinigkeiten ergeben ein komplexes Zusammenspiel die ein einzelner Mensch in ihrer kompletten Schönheit und Vielfalt niemals auch nur ansatzweise betrachten könnte.

Und wir?

Wir regen uns über das „schlechte“ Wetter auf…

Hilal

Der wirbelnde Wind ist nicht frostig, er ist einfach nur kalt.
Von der Sorte, die sich in jede kleine Lücke im Textilstoff frisst und Unbehagen bereitet.
Taube Hände rollen zitternd das dünne Papier und führen das Endprodukt zu den inzwischen kalt und trocken gewordenen Lippen. Ein Klicken, flackernder Feuerschein, ein tiefer Atemzug und warmer Rauch zieht in den Körper. Durchflutet die schon abgehärteten Lungenflügel. Die Zeit steht still, selbst der Wind scheint in diesem Moment abzuflauen.
Beim ausatmen beginnt blaugrauer Rauch im Wind zu tanzen, kleine dünne Fäden aus Rauch wirbeln, verwirbeln, verblassen und werden schließlich ihrer Existenz beraubt.
Aber was ist schon Existenz.

Die kalten Treppenstufen kühlen den Körper langsam aus, der Wind wirkt durch die Nähe zum Fluss nun doch beinahe eisig. Müll und Äste treiben dahin, suchen sich ihren Weg um irgendwann in naher Zukunft in den Ozean gespült zu werden und sich in menschenfernen Gebieten riesigen Müllteppichen anzuschließen.
Der Wind schiebt die Wolken am Himmel zügig Richtung Horizont und langsam tritt er aus seiner Deckung hervor. Eine Lichtgestalt in Silber und Gold.
„Hallo alter Freund, schön dich zu sehen.“
Schweigen als Antwort. Er war noch nie ein Freund vieler Worte. Doch er hört zu, immer.
Eine willkommene Abwechslung in einer Welt in der jeder, ob groß ob klein, jung oder alt, komplex oder simpel, doch immer mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat.
Ein unparteiischer Zuhörer der Tag für Tag seinen einstudierten Abläufen nachkommt. Ohne zu meckern, ohne Urlaub, ohne aus dem Takt zu kommen. Jemand der nicht verurteilt.
Das Licht, dass man manchmal so dringend benötigt aber vergeblich sucht.

Und ich rede. Ich erzähle ihm von meinen Problemen, den Wünschen, Hoffnungen. Wie viele Ängste mich bedrücken und wovon ich träume.
Gelegentlich halte ich inne um die Gedanken zu sammeln und im Kopf aus zu formulieren, doch in einem Gespräch mit ihm gibt es keinen Zeitdruck, keine verwirrten Blicke wenn ich erst denke und dann spreche. Er ist Geduldig, nimmt sich die Zeit von der ich immer glaube viel zu wenig zu besitzen. Aber Zeit kann man nicht besitzen. Man kann sie nicht in Verträgen versklaven und festlegen wie viel davon pro Tag wofür verwendet wird.
Das kann man nur mit Menschen.
Die Stimme, durch die trockene Kehle und das viele Reden schon angeraut, murmelt ein paar abschließende Gedanken. Als ich Ende fühle ich mich leer. Leer, aber befreit, erleichtert und irgendwie auch glücklich.
Der Wind ist nun nicht viel mehr als ein Säuseln in den Ästen, den Blättern und Sträuchern.
Diesmal zieht der Rauch kleine Kreise die sich irgendwann im Nichts verlieren.
Aber was ist schon „Nichts“ .

Am Himmel sind aufgrund der Lichtverschmutzung nur einige wenige Sterne zu sehen. Eine große Wolkenformation schiebt sich langsam hinter den Kronen einiger breitstämmiger hochgewachsener Eichen hervor.
Er lächelt mir zu und ich weiß: Er hat mich verstanden.
Wortlos verabschieden wir uns, dann verschwindet er lautlos in der Nacht.

Die namische Monotonie

Ja – Nein,
wir sagen Ja zum Nein.
Wir bewegen uns immer weiter geradeaus und egal ob Kugel oder Scheibe:
Wir kommen dabei immer wieder am Ausgangspunkt an.

Nein – Ja,
wir sagen Nein zum Ja. Mit welcher Konsequenz?
Mode kehrt wieder, Geschichte wiederholt sich. Stichwort: Bürgerkriege.
Gestern.Heute. Morgen?

Ja – Nein,
wir sagen Ja und meinen Nein. Wir belügen uns um einen Vorteil zu erhalten.
Gesetze werden meist als Erstes von denen mit Füßen getreten die sie durchzusetzen versuchen.

Nein – Ja,
wir sagen Nein und meinen Ja. Wir wollen keine Technik die unser Leben bestimmt doch benötigen wir sie. Unsinn. Wir sind faul geworden. Benötigt wird sie nur um uns den Komfort zu erhalten. Wir wollen Komfort. Wir wollen Technik.

Vielleicht.

Wissen ist Macht. Macht generiert Sucht.
Wissen-Macht-Sucht. Wissen macht süchtig. Macht macht das auch.
Ungenaue antworten werfen nur Fragen auf deren Antworten man finden muss und möchte.
Aber es siegt die Faulheit. wir lassen Technik für uns suchen.
Und weil wir nicht unfehlbar sind, vergessen wir die Antwort und bald darauf auch die Frage, verlassen uns darauf, dass alles jederzeit irgendwo abrufbar ist.
Verlernen zu denken und erlernen gelenkt zu werden –
von Technik, entwickelt von fehlbaren Menschen.
Machen die gleichen Fehler wieder und lernen auch nicht mehr daraus.
Wie ein Kind das, kaum die Hände aus den Verbänden diese wieder auf die heißen Herdplatten legt.
Da möchte man kaum glauben, dass die Welt im Wandel ist, wenn man 24/7 den gleichen Mist in einer neueren Verpackung serviert bekommt.

Die Dynamischste Monotonie seit Menschengedenken.
Die Dynamischste Monotonie seit Menschen denken.
Die Demokratischste Monotonie seit Menschen lenken.

Endlosschleife

Müdigkeit setzt sich wie klebriger Sirup in den Augen fest,
das Atmen wird beinahe durchgehend vom Gähnen begleitet
und im Kopf breitet sich ein weiches Bett aus Watte aus.
Doch der Schlaf lässt auf sich warten.
Der Krieg gegen die Kissen ist entschieden bevor der Kampf überhaupt begonnen hat.
Wahrnehmungsstörungen. Alles ist gleich. Alles ist gleich störend.

Ein Knarzen, Passanten auf der Straße, euphorisch und laut vom Alkohol, hupende Autofahrer, LKWs die Laderampen anpeilen, das eigene Atmen, die Leere des Bettes…
ein Strudel aus Geräuschen und Gedanken.
Irgendwann endlich das absacken des Geistes – Informationsverarbeitung.
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Realität und Fiktion.
Erlebtes und erdachtes als bunter Brei vor die Füße gekotzt-
Zusammenhänge werden klar, Fehler aufgezeigt, Entscheidungen leicht gemacht.
Knietief in einem Morast aus Bildern die etwas bedeuten, Schmerz, Freude, Zuneigung.
Erkenntnis.
Eine Hand die dich aus dem Sumpf zieht.

Sonnenlicht, Weckergeräusch, Alltag.
Hektik, Dusche, Frühstück.
Sinnieren über das Geträumte. Schemenhafte Fetzen wie dicke nasse Nebelschwaden.
Gedankenfragmente.
Zeitdruck –
Verschieben – Vernachlässigen- Vergessen
Nächste Nacht wieder. Danke Welt!